Heimatfreunde Pr. Ströhen e. V.
Die „Heimatfreunde Pr. Ströhen e. V.“ sind im Vergleich zu anderen ein
recht junger Verein. Die Gründungsversammlung tagte am 05.11.1975. Die
Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgerichts Rahden erfolgte am
09.04.1976.
Zum ersten Vorsitzenden wurde auf der Versammlung am 05. November 1975
Günter Basselmann gewählt, der dieses Amt bis zum 28.11.1979 ausübte.
Danach leitete Heinz Meyer, Am Speukebusch 5, bis zum 27.11.1991 den
Verein. Ihm folgte Helmut Kammeier, nach ihm wurde Bernhard Wietelmann am
27.11.2001 zum ersten Vorsitzenden gewählt.
Mit Schwung und Begeisterung gingen die Mitglieder des jungen Vereins ans
Werk, denn es war beschlossen worden, 1977 am Wettbewerb „Unser Dorf soll
schöner werden“ teilzunehmen.
Mühe und Arbeit führten zum Erfolg, es gab einen 2. Platz im Wettbewerb
auf Kreisebene und damit die Silbermedaille. Doch niemand wollte sich nun
auf diesen Lorbeeren ausruhen, denn die Silbermedaille berechtigte zur
Teilnahme am Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.
Wieder wurden alle Kräfte gebündelt und so gelang ein großer Erfolg: die
Goldmedaille im Landeswettbewerb. Damit stand die Tür zum Bundeswettbewerb
offen - wer hatte das zu hoffen gewagt? Aber konnten sich die Pr. Ströher
jetzt überhaupt noch steigern? Sie konnten und was wohl nur wenige zu
träumen gewagt hatten, geschah: Preußisch Ströhen errang 1979 im
Bundeswettbewerb die Goldmedaille.
Die Ehrung für diesen Erfolg und für alle, die daran mitgearbeitet hatten,
wurde am 31.01.1980 auf der „Grünen Woche“ in Berlin vorgenommen. Für
einen Augenblick trat damit unser Dorf vor die Augen einer großen
Öffentlichkeit. Dieser Augenblick wird vielen Pr. Ströhern, die in Berlin
mit dabei waren, unvergesslich bleiben.
Begeisterung und berechtigten Stolz empfanden aber auch die Pr. Ströher
Bürger, die zu Hause geblieben waren. Anerkennung, aber manchmal auch ein
Hauch Neid regte sich in den anderen Ortschaften der Stadt Rahden, wie ein
Witz zeigte, der bald danach erzählt wurde:
„Warum gehen die Pr. Ströher jetzt nicht mehr bei Regen nach draußen?“ -
„Weil es ihnen dann in die Nasenlöcher regnet!“
Vor diesem großen Erfolg beim Bundeswettbewerb verblassen gelegentlich die
anderen Aktivitäten und Leistungen, die der Heimatverein auch bald zu
Anfang in die Wege geleitet hat und die heute noch fortbestehen.
So wurde am 01.3.1978 unter der Leitung von Ilse Meyer, Nr. 487,
musikalisch begleitet von Margret Kammeier, Elfriede Strathmann und Günter
Bohnenkamp, die Volkstanzgruppe gegründet, die auf der ersten Rahdener
Woche ihr Debüt feierte. Am 18.9.1988 hatte diese Gruppierung ihren
letzten offiziellen Auftritt und löste sich dann aus Altersgründen auf.
Doch bald danach bildete sich eine Nachfolgegruppe jüngerer Tänzerinnen
und Tänzer, wieder musikalisch betreut von Margret Kammeier und Elfriede
Strathmann. Diese Gruppe übt regelmäßig und zeigt immer wieder ihr Können
bei verschiedenen öffentlichen Anlässen. Wer sich für Volkstanz
interessiert, kann sich an Ingrid oder Wilhelm Schlechte, In den Dämmen 1,
wenden.
Aber nicht allein für alte Traditionen machte sich der Heimatverein stark.
Für die Kinder unseres Dorfes entstanden in ungezählten Stunden
Eigenleistung das Bus - Wartehäuschen bei FiefstückBruns und der
Waldspielplatz im Speukebusch an der Großen Aue. Dieser idyllisch gelegene
Platz zieht nicht nur spielende Kinder an, sondern wird auch immer wieder
gern von Rad fahrenden Gruppen als Zwischen- oder Endstation genutzt.
Doch nicht nur der Spielplatz bietet Gelegenheit zum Ausruhen und Schauen.
Viele Holzbänke, zum Teil sogar mit Tischen, laden im Ort, an Waldrändern
oder an den Flüßchen zum Hinsetzen und Rasten ein.
Der Heimatverein war es auch, der die Idee hatte, zur Advents- und
Weihnachtzeit am Rande des Schulhofs der Grundschule eine große Fichte
aufzustellen und festlich zu beleuchten, Bald folgten mehrere Anlieger,
und wer nun abends zur Weihnachtszeit aus Richtung Rahden kommend über die
ehemalige B 239 ins Dorf fährt, erlebt ein stimmungsvolles Lichtermeer.
Natur- und Landschaftsschutz hatten die Heimatfreunde bereits in ihrer
Satzung verankert, bevor diese Begriffe zu Schlagwörtern und wichtigen
Bestandteilen moderner Politik wurden.
Von Beginn an engagierte sich der Heimatverein im Vogelschutz. Es wurde
eine Vielzahl von Nistkästen für unsere Höhlenbrüter angefertigt und an
geeigneten Plätzen aufgehängt. Die Kontrollen und Reinigungsarbeiten
werden Jahr für Jahr regelmäßig unter der Leitung von Wilhelm Helmerking
von jungen Vereinsmitgliedern durchgeführt. Für jeden Kasten wird notiert,
ob er beflogen war - wenn möglich, wird auch die Vogelart aufgelistet.
Defekte Kästen werden bei diesen Kontrollen repariert, total beschädigte
ersetzt. Jahr für Jahr freuen sich die Helfer der „Nistkasten - Gruppe“,
wenn sie zum Schluss Bilanz ziehen, denn die Kästen werden ausgezeichnet
von unseren gefiederten Freunden angenommen.
Es waren auch Mitglieder des Heimatvereins, die tätig wurden, als die
Anlage des Reitervereins erweitert wurde. Die Fürsorge galt aber nicht den
Pferden, sondern der geschützten Kleinen Roten Waldameise. Im Bereich des
jetzigen Turnierplatzes für Springprüfungen befanden sich viele
Ameisennester, die in Papiersäcke gefüllt und umgesiedelt wurden. Einige
dieser umgesetzten Ameisenvölker sind verschwunden, aber andere haben sich
gut entwickelt. So mancher Ameisenhaufen, den wir in Pr. Ströhen auf
Spaziergängen entdecken können, stammt aus dieser Umsiedlungsaktion.
Dem Landschaftsschutz und dem Ortsbild dient die „Aktion Saubere
Landschaft“, die jedes Jahr Anfang März von den Vereinen durchgeführt
wird. Leider kommt dabei immer Mal eine Menge Müll und Unrat zusammen, die
zur Reithalle gebracht und von dort abgefahren wird. Auch an dieser Aktion
beteiligen sich immer die „Heimatfreunde“.
Unsere Satzung nennt als letztes „... Wanderungen durchzuführen“. Seit
Jahren sind die Frühwanderung mit anschließendem plattdeutschen
Gottesdienst , die Fahrradtouren für Jung und Alt und ein Mehrtages -
Ausflug fester Bestandteil des Preußisch Ströher Terminkalenders, der in
alle Haushalte kommt. Hierzu nun Einzelheiten aufzulisten führt sicher zu
weit. Lieber rufen die Heimatfreunde an dieser Stelle allen, die neugierig
geworden sind, zu: „Kommt, macht mit und seht dann selber!“
Zum Abschluss muss auch noch der Stand des Heimatvereins erwähnt werden,
der Jahr für Jahr auf dem Pr. Ströher Markt aufgebaut wird. Hier trifft
man sich zum Gespräch, kann sich an den Stellwänden und bei den anwesenden
Mitgliedern zu den verschiedenen Themen informieren und - falls man es
nicht schon ist - Mitglied werden. Viele Pr. Ströher haben sich den
Heimatfreunden angeschlossen und unser Verein hat zurzeit 340 Mitglieder.
Besonders stolz sind die Heimatfreunde auf eine Anzahl junger Mitglieder,
die in den letzten Jahren eingetreten sind und sich neben anderen
Aktivitäten besonders durch ihren großen Einsatz beim Bau des
Nordpunkthauses und der weiteren Gestaltung des Nordpunktes eingebracht
haben. Das macht froh, denn es zeigt, dass Gemeinsinn, Heimat und die
Liebe zur ihr nicht als altmodische, verstaubte und überflüssige Werte
gesehen werden, und wir wünschen uns sehr, dass weiter viele Mitbürger uns
bei der Bewahrung dieser Werte zur Seite stehen und Mithilfe leisten.
Zu den jungen Heimatfrunden muß noch gesagt werden,daß sie mit viel
Einsatzfreude am Nordpunkt einen Maibaum errichtet haben, der im
Wettbewerb der Herforder Brauerei Felsenkeller auf Anhieb den 2. Platz von
ca 500 Mitbewerbern aus ganz Nordwestdeutschland erreicht hat. Ein toller
Erfolg und eine neue Motivation für die Saison 2005.
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